Das Meer

Du neckst mich, liebkost mich, lockst mich mit Versprechen
Du ziehst mich an, ich mich aus
Ich brauche deine milde Kühle auf meiner erhitzten Haut.
Deine Wogen ziehen, zerren, streicheln mich

Du zischst und tobst und bist dabei ganz still
Tief, mächtig und sanft zugleich
Ich will in dich eintauchen, abtauchen, eins werden
Hinein eindringen, vordringen und dabei aufgehen

So stark und kräftig und urgewaltig bist du
Ein glitzernder, wogender Teppich aus Seide
Ruhig und tosend und zerstörerisch
Und doch lebensspendender Quell

Verführe mich weiter und ich komme zu dir
Tauche hinunter und nie wieder auf
Zieh mich hinab in deine Tiefe, in dein grün-blaues Herz
und lass mich dort zerfließend – ganz sein.