Grüner Spiegel

Du grüner Spiegel, mystisch und rein
Lass mich wandern durch dein saftiges Moos,
du siehst bis ins Dunkle meiner Seele hinein.
Im Neste geborgen, bin ich in deinem Schoß.


Gaia – Mutter, die mich umarmt,
ich höre deine sanfte Stimme im Wind.
Hier fühle ich mich nackt, endlich enttarnt,
frei von Druck fast wie ein spielendes Kind.


Sei mir nah, halt mich fest und spende mir Trost,
denn die Entfernung von dir brennt.
Tief in deinen Armen werde ich von der Stille liebkost
und zweifle an allem, was mich von dir trennt.


In die Tiefen meines Seins dringe ich in dich vor,
mystische Erhabenheit in jedem deiner Schatten.
Freya – Schwester, schreite mutig voran durchs Tor,
mögen die Geister dies auch mir gestatten.


Entstehen und Vergänglichkeit, untrennbar vereint,
im ewigen Kreislauf sich drehend.
Auf der Lichtung im Walde einst ein Setzling gekeimt,
heut die alte Eiche vergehend.


Vor ihr verwurzelt, mit weißem, wehendem Haar,
das Gesicht voller Würde erhoben.
Cailleach – weiße Frau, endlich bin ich dir nah,
und will dir meine Treue geloben.


Auf der Schulter schwer, spüre ich deine Hand,
suche verzweifelt den sehenden Blick.
Als ich ihn finde, weiß ich, er ist mir bekannt,
glaub fast, ich bin vorm Spiegel zurück.