Kreativität braucht nicht immer eine große Idee, manchmal braucht sie nur ein bisschen Platz.
Schenk dir für sieben Tage jeden Morgen ein paar Minuten Zeit.
Steh auf, mach dir dein Lieblingsheißgetränk und such dir einen ruhigen Platz. Nimm Papier und Stift zur Hand und stelle dir einen Timer auf 3 Minuten.
Dann schreib.
Alles, was dir gerade durch den Kopf geht. Ohne nachzudenken, ohne zurückzulesen und ohne etwas verbessern zu wollen. Deine Gedanken dürfen springen und deine Sätze dürfen schief sein und wenn dir nichts einfällt, dann schreib genau das.
Hauptsache, dein Stift bleibt in Bewegung.
Wenn die drei Minuten vorbei sind, wartet jeden Tag ein neuer Kreativfunke auf dich.
Tag 1: Platz schaffen
Was darf ich heute gehen lassen?
Schreib auf, was gerade Raum in deinem Kopf einnimmt und vielleicht gar nicht mehr dort sein müsste.
Tag 2: Wahrnehmen
Was beschäftigt mich gerade, obwohl ich ihm kaum Aufmerksamkeit schenke?
Vielleicht ist da ein Gedanke, eine Sehnsucht, eine Idee oder nur ein kleines Gefühl, das schon länger anklopft.
Tag 3: Erlauben
Was würde ich heute tun, wenn es kein Richtig oder Falsch gäbe?
Vergiss für einen Moment, was sinnvoll, schön, produktiv oder vernünftig wäre.
Tag 4: Spielen
Was wollte ich schon lange einmal ausprobieren, einfach nur aus Freude daran?
Malen, schreiben, tanzen, fotografieren, etwas bauen, mit den Händen in Ton greifen oder etwas völlig anderes. Es muss zu nichts führen.
Tag 5: Spuren suchen
Wo war ich in den letzten Tagen besonders lebendig, neugierig oder voller Ideen?
Schau zurück. Vielleicht hat sich deine Kreativität längst irgendwo gezeigt, wo du sie gar nicht gesucht hast.
Tag 6: Weiterdenken
Wenn ich einer Idee aus dieser Woche folgen würde, welche wäre es?
Wähle nicht die beste oder vernünftigste. Nimm die, die dich gerade am meisten zieht.
Tag 7: Was bleibt?
Blättere heute zuerst durch die vergangenen sechs Tage.
Lies nicht mit kritischem Blick. Suche nach Spuren.
Was hat sich verändert? Was hat dich überrascht? Welche Gedanken sind wiedergekommen? Wo ist etwas leichter geworden? Und wo ist vielleicht eine Idee entstanden, die vorher noch nicht da war?
Dann schreibe:
Was hat mir diese Woche gebracht?
Und zum Abschluss:
Wie sieht mein persönlicher Kreativitätsboost ab morgen aus?
Vielleicht möchtest du weiter drei Minuten schreiben. Vielleicht einmal pro Woche malen. Vielleicht wieder öfter Musik hören, tanzen, fotografieren, töpfern oder Geschichten erfinden.
Du brauchst keinen großen Vorsatz.
Nimm einfach eine Sache aus dieser Woche mit.
Denn vielleicht war genau das der eigentliche Kreativitätsboost: nicht sieben Tage lang kreativer zu werden, sondern deiner Kreativität wieder einen Platz in deinem Alltag zu geben.
